Ich habe gar kein Logo!!!

Und damit willkommen zu meinem Blog.

Dieser Beitrag ist ungeplant ein Illustrations-Special geworden. Ich habe mich während des Studiums irgendwann gegen Illustration und für Grafikdesign entschieden, bereue das auch nicht – kann mich aber immer noch sehr für tolle Zeichner*innen und ihre Welten begeistern. Ich hoffe, Ihr auch!

Das war los im April und Mai:

Du möchtest benachrichtigt werden sobald es einen neuen Blogbeitrag gibt? Dann abonniere meine USCH-POST (Newsletter):

SERIENTIPP

In höchster Not

Sie ist in aller Munde aber ich möchte trotzdem auf die Bergrettungs-Doku In höchster Not aufmerksam machen – ich habe selten etwas so weg-gebinged … Und es geht scheinbar vielen so – aus gesicherter Quelle weiß ich, dass sich die deutschen Bergwachten seit dem Erfolg der Serie kaum vor Bewerber*innen retten können. Gerade läuft die zweite Staffel und sie LIEFERT AB! Wenn Ihr Euch für Berge, Wandern und Wunderlichkeiten der Spezie Mensch begeistern könnt, schaut unbedingt rein …

Screenshot aus der aktuellen Staffel: Ausnahmezustand an der Zugspitze

Spring – but make it BASF

Is it hard to be an Ilustrator in 2026?

Als ob die Welt und damit die Auftragslage nicht schon irre genug wären, nein, es gibt auch noch KI. Als Kreative nutzen wir die neue Technologie zwar (auch), erleben ihre Auswirkungen auf unsere Branche aber in erster Linie als Herausforderung. Vorsichtig formuliert. Wer sich, wie ich gefragt hat, wie Illustrator*innen damit umgehen und überhaupt noch Geld verdienen, sollte sich Lada Chizhovas Post dazu durchlesen: 

PORTFOLIO

Kindern Wachsen Flügel

A Mordsgaudi! Mein Brand Design für die Münchner Kindergärten, Krippen und Kitas: In den letzten Monaten habe ich ein neues Erscheinungsbild für Kindern Wachsen Flügel entwickelt. Vielleicht sind Kids-Brands mein neues Steckenpferd, denn das hat richtig Freude gemacht. Ich bin ich die Pädagogik-Welt eingetaucht und habe viel gelernt. Dankbar für alle Kund*innen, die keine Angst vor Farbe haben!

Raymond Pettibon (übrigens studierter Betriebswirt) im Wilhelm Hack Museum. Black Flag Cover Art Works super aber noch besser: Black Flag Gig Poster.

UND SONST SO?

Foto: Sylviane Brauer

Ich habe gar kein Logo!!!

Stellt Euch vor: Nach circa 20 Jahren Selbstständigkeit wurde ich kürzlich zum ersten Mal nach meinem Logo gefragt. Bis dahin habe ich ohne Logo überlebt.

Mir ist die Absurdität bewusst: Ich verkaufe Logos aber habe selbst keins. Ok, ich nutze eine Schrift, eine bestimmte Farbe aber habe eben keine Logodatei auf dem Rechner liegen …

Ein Logo reduziert. Es verdichtet Identität auf eine Bild- und/oder Wortmarke. Das funktioniert für Marken, die klar greifbar sein müssen.
Aber Designer*innen sind keine statische Marke (mir fallen auch wenig Kolleg*innen ein, die so ein „richtiges“ Logo haben).
Unsere Arbeit ist ein Prozess. Ein Blick. Eine Haltung. Unsere „Identität“ ist kein Zeichen – sie ist die Summe unserer Arbeiten, Entscheidungen und Perspektiven.

Und genau deshalb ist es so schwer, (oder unmöglich), das in ein einzelnes Logo zu pressen.
Vielleicht ist es also kein Versäumnis, dass ich kein „richtiges“ Logo habe, sondern konsequent?

KALLES KORNER

4. Geburtstag

IMG_2450

Kalle wurde im April 4 Jahre alt. Als Partygast kam Wilma und hat ihn weitestgehend ignoriert. 

Das Hallenbad in Mannheim-Waldhof hat meine Schwäche für keramische Wandgestaltung getriggert. Das ist ein tolles Schwimmbad, es verkommt bloß gerade leider.

Haben die sich einfach Ihr bzw. mein Logo tättowieren lassen …

Es freut mich natürlich immer sehr, wenn Kund*innen Fans Ihres eigenen Logos sind und sich dasselbige in die Haut hacken lassen. Caro und Verena von oh boy! zum Beispiel.

WAS ICH GERADE LESE

Die Frau als Mensch – Am Anfang der Geschichte von Ulli Lust

Nach mehreren mediokren und an Banalität kaum zu übertreffenden Romanen (ich dachte schon, ich kann hier nie wieder ein gutes Buch empfehlen) hat mich „Die Frau als Mensch (Teil 1)“ zum Glück aus meiner Tristesse geholt: Der erste Band der Reihe zeigt, dass unsere Vorstellungen von der Steinzeit und von Geschlechterrollen oft mehr über moderne Vorurteile verraten als über die tatsächliche Frühgeschichte des Menschen.

Ich habe keinen Namen für die Art des Buchs: ok, das ist ein Sachbuch, es ist aber auch persönlicher Kommentar, feministische Position und Schau eines großen Zeichnen-Könnens und handwerklicher Finesse von Ulli Lust.

Danke, Ulli Lust, für diesen tollen Input! Und danke, dass du mir an meinem ersten Tag im Uni-Café gezeigt hast, wie man die Siebträgermaschine bedient ;-).

In der sehenswerten Ausstellung „Politik am Küchentisch. Ernährung in der Gegenwartskunst“ habe ich essbare Erde probiert.

PAAR FRAGEN AN:

Hello Nikki

Hello Nikki aka. Nicole El Salamoni ist Grafikdesignerin und Illustratorin, lebt und zeichnet beneidenswert gut in Mannheim. Jetzt hat sie auch noch einen Cartoonistinnen-Stammtisch (mit-)gegründet. Ich habe Nikki als super humorvolle und engagierte Person kennengelernt aber lest selbst:

Nikki mit ihren Blinkie Blue-Stofftieren (der Sympathiefigur der GAG Ludwigshafen)

1. Du warst kürzlich in Japan, wir haben uns knapp verpasst. Was fandest Du bemerkenswert und/oder inspirierend im Bezug auf Deine Arbeit? Das war wirklich schade. Ich hätte so gerne eine Ramen mit dir geschlürft! Japan war für mich eine einzige Inspirationsquelle: die Menschen, die Mode, die Natur, die Kunstszene. Wir waren zum Beispiel auf der Art Tokyo – beeindruckend. Was mich besonders fasziniert hat: Illustration ist dort allgegenwärtig. Sie steckt in jedem Design, in jeder Marke, in jedem öffentlichen Raum. Besonders spannend fand ich, dass in Japan jedes Unternehmen eine eigene Sympathiefigur hat – von der Supermarktkette bis zur Polizei. Ich habe selbst eine solche Figur für die GAG Ludwigshafen gestaltet und musste dabei schmunzeln: In Japan wäre das völlig selbstverständlich. Bei uns ist es noch eher die Ausnahme.

2. Das letzte Buch, das Du illustriert hast, ist über das menschliche Gehirn. Illustrato*rinnen müssen sich ja immer tief in neue Themen eindenken. Du musst unheimlich schlau und gebildet sein, oder? Haha, tolle Frage! Ich bin versucht mit „ja“ zu antworten. 😅 Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig – und das ist vielleicht das Entscheidende. Im Fall des Gehirn-Buchs hat die Autorin Dr. Barbara Plagg so anschaulich erklärt, dass in meinem Kopf sofort Bilder entstanden sind. Das ist auch das Schönste an meiner Arbeit: Ich darf ständig in neue Welten eintauchen. Für mein eigenes Buch über Mental Load habe ich mich monatelang in das Thema vertieft – und dabei gemerkt, wie viel ich selbst darüber zu sagen hatte.

3. Die Mannheimer Schule waren Hofmusiker des Kurfürsten Karl Theodor. Was hat es mit der Neuen Mannheimer Schule auf sich? Die Neue Mannheimer Schule entstand letztes Jahr auf der Sommerakademie der komischen Künste in Kassel und versteht sich als weibliche Antwort auf die Neue Frankfurter Schule – jene legendäre Männerrunde, der unter anderem Robert Gernhardt und Hans Traxler angehörten und aus der die Satirezeitschrift Titanic hervorging. Das ist natürlich ein großer Anspruch, aber Humor darf ruhig ambitioniert sein! Wir treffen uns jeden Dienstag im Community Art Center in Mannheim von 18 bis 20 Uhr und freuen uns sehr über neue weibliche Mitglieder ab 18 Jahren.

4. Gibt es etwas, das Dir unangenehm oder peinlich ist, wenn Du es zeichnest? Unangenehm wird es für mich, wenn ich etwas so umsetzen muss, wie ich es selbst nicht gut finde. Nicht wegen des Kompromisses an sich, den gibt es immer, sondern weil am Ende mein Name drunter steht. Und dann könnte jemand denken, das sei meine Idee gewesen. Wenn zum Beispiel jemand unbedingt eine Oma mit Dutt und Schürze möchte – dabei gibt es so viele modernere Omas als die aus Räuber Hotzenplotz!

Das Pimmelbild, wunderbar unangenehm und peinlich

5. Was war Deine schlimmste und kurioseste Anfrage ever? Anfragen muss man ja zum Glück nicht annehmen! Es gab einmal jemanden, der in einem Kinderbuch unbedingt einen rauchenden Bademeister haben wollte. Das war schon kurios genug, aber das eigentlich Mühsame war die absolute Beratungsresistenz. Wie du dir vorstellen kannst, haben wir nicht zueinander gefunden. Und hier noch die kurioseste Anfrage: ich erinnere ich mich an eine Kundin, die einen tragbaren Toilettensitz vermarkten wollte. Ganz nach dem Motto: Bring your own. Zu dieser Zeit hatte ich noch klassisches Grafik-Design angeboten. Als Illustration wäre das natürlich lustig gewesen.

6. Wenn Du heute 18 wärst, würdest Du dann nochmal Illustratorin werden? Auf jeden Fall. Ich würde es wieder genauso wählen. Mit 18 wollte ich nichts anderes machen, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Illustratorin zu sein ist für mich kein Beruf, den ich irgendwann gewählt habe – es ist einfach das, was ich jeden Tag am Liebsten mache. Von der Illustration zu leben ist eine Herausforderung, das stimmt. Aber wenn man seinen Traumberuf gefunden hat, findet man auch einen Weg. Also ja: Ich würde es jedem empfehlen, der wirklich brennt: einfach machen, klingeln, zeigen was man kann. Die Leidenschaft merkt man einer Arbeit immer an.

What´s next?

Nach Wochen mit intensiven Renovierungs- und Einrichtungsaktivitäten in unserer Wohnung stehen ab Juni mal wieder ein paar Trips an! Ick freu ma!