Juni und Juli waren recht arbeitsintensiv, dafür bin ich sehr dankbar aber während der heißesten Tage des Jahres in der heißesten Stadt Deutschlands war das schon anstrengend. Laut RKI* sind während der zehn Tage Ende Juni über 5.000 Menschen mehr als sonst durch die Folgen der Hitze verstorben. Das ist traurig. Dass dies nur am Rande Teil der öffentlichen Debatte ist oder gar Maßnahmen gegen die Folgen der Klimakatastrophe unternommen werden, macht fassungslos. Ein paar familiäre Themen und der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald runden die Schwermütigkeit in diesen Sommermonaten ab.
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Im Juli habe ich die Gedenkstätte Buchenwald besucht. Im Auto zurück in die Stadt musste ich mir eingestehen, das Vertrauen in die Menschheit verloren zu haben (das klingt jetzt furchtbar abgedroschen, trifft aber es nun mal).
Der Homo sapiens ist zu unfassbaren Taten gegenüber der eigenen Spezies fähig. Die Größe und Vielfalt des Bösen ist einfach überwältigend. Und leider erwische ich mich bei dem Gedanken, dass dies in uns allen angelegt ist – anders ist das Ausmaß wie im Holocaust nicht zu erklären. Hier handelte es sich ja nicht um eine kleine, durchgedrehte Gruppe.
Erdrückend sind auch die Belege, die die Weimarer Bevölkerung der 1930er und 1940er Jahre als Mitwissende überführen. „Wir haben von nichts gewusst“ ist eine Lüge. Und dennoch frage ich mich, ob ich den Mut gehabt hätte, mich dem Nazi-Regime entgegenzustellen, wohlwissend, dass die Chancen sehr gut stehen, dann selbst in Buchenwald zu landen.
Woman on Fire von Dr. med. Sheila de Liz
„Alles über die fabelhaften Wechseljahre“ – wow, wie sehr kann man sich Mühe geben, eine Horrorstory als Liebesroman zu verkaufen?
Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und ein Garant für schlechte Laune. Trotzdem empfehle ich es. Denn: Es ist unfassbar, dass wir alle so wenig über unsere Körper wissen; Glaubenssätzen oder Fehlinformationen aufsitzen. Oder dass Gynäkolog*innen häufig wenig Hilfestellung zu den Folgen eines Hormonmangels ab der Perimenopause geben können. Das Thema Menopause wird in ihrer Ausbildung zu kurz behandelt, und in der vorgesehenen Zeit pro Patientin lassen sich Wissenslücken kaum schließen, ganz zu schweigen von einer umfassenden Aufklärung. Deshalb sind wir auf Selbstweiterbildung angewiesen …
P. S. Für deutlich bessere Laune im Bücherbereich sorgt übrigens seit Kurzem Carolin Junge von oh boy! mit ihrem Buchnewsletter oh book!.
PORTFOLIO
Wer die ganze Zeit im Urlaub ist, kann keine Arbeiten für´s Portfolio aufbereiten. Darum gibt’s nen alten Hut. Aber nen schönen! Und leckeren. Aus Mannheim: Corporate Design für das Café KARL OTTO.
UND SONST SO?
Schwimmtraining im Sommer heißt Pommes anstatt Sauna.
Hab vor lauter Aufregung nur suboptimale Fotos gemacht.
I have been you heißt die erste Soloausstellung Camie Klein in so einem großen Haus wie der Kunsthalle Mannheim.
Eine Situation unklaren Ursprungs. So wird die Arbeit durch Kuratorin Alessia Tardivo beschrieben und ich liebe diesen Satz. Für mich ist er eine gute Beschreibung dessen, was wir Besuchenden vorfinden. Blut, Seite, Kacheln, Metall – das triggert, sage ich euch!
Ich freue mich sehr für Camie über diesen tollen Meilenstein. I have been you ist noch bis Ende August 2026 zu sehen.
KALLES KORNER
Im Ikea sind jetzt Hunde erlaubt (unbezahlte Werbung)! Bzw. ging bislang an mir vorbei, dass man seinen Hund mit ins Warenhaus nehmen darf, sofern er im Einkaufswagen sitzt. Seit Mitte Juni dürfen Hunde jetzt sogar an der Leine durch die schwedischen Möbelhäuser schlendern. Kalle zieht aber den Wagen vor, kennt er schließlich aus Italien …
PAAR FRAGEN AN:
BIST DU IN PARTYSTIMMUNG, WASTED GERMAN YOUTH? BANG BANG BERLIN, 1990 WAS A GREAT YEAR, SABOTAGE ESPIONAGE, KIDS WANT TECHNO, 1000 TRÄNEN TIEF, AMEN. Hier kommen ein paar Fragen an Grafikdesigner und Künstler Paul Snowden: